Panda

Als Panda über eine deutsch-spanische Tiersch(m)utzorganisation nach Deutschland kam, sollte er um die drei Jahre jung gewesen sein. Als er nach nicht ganz acht Jahren alters- und krankheitsbedingt gehen gelassen werden musste, war er laut des vertrauten Tierarztes mindestens fünfzehn Jahre alt. Etwa vier Jahre Defizit; eine Zeitspanne, um die sich versierte Tierschützer und seriöse Einrichtungen nicht verschätzen.

Pandas Herzerkrankung wurde im Rahmen einer einfachen Vorsorgeuntersuchung entdeckt, als eigentlich Gino die Hauptrolle in einem – wie sich etwas später herausstellte – ganz schlechten Film über tierärztliche Kompetenzen inne hatte.

Von einer anfänglichen Herzinsuffizienz mit Jet-Funktion, in deren Anfangsstadium i.d.R. keine besondere Medikation notwendig ist, außer – vielleicht! – eine leichte Entwässerung, veränderte sich sein Herz innerhalb von fünf Jahren zu einem so genannten Kugelherz.

Bei Kugelherzen sind alle vier Bereiche (Vorhöfe und Kammern) vollständig deformiert, laufen demzufolge nicht mehr im Geringsten synchron, wodurch es zu einer so genannten Staulunge kommt. Eine Staulunge verfügt über extrem viel „Wasser“, das das Lungengewebe fleischig werden lässt und die Lunge ihrer Funktion beraubt. – Erhebliche Atemnot, bis hin zu langsamem oder akutem Ersticken ist die Folge.

Findet Atemluft aufgrund einer „vollgelaufenen“ Lunge keinen Platz  mehr in derselben, weicht Luft auf andere Organe bzw. Bereiche im (Hunde)Körper aus: in Pandas Fall war dies der Magen, der sich durch Luft- und Speiseröhre (!) mit Luft angesammelt hatte.

Aufgrund seines laufenden Alterungsprozesses, der bekanntermaßen zu Versagen diverser Organe führen kann, hatten bei Panda bereits die Nieren angefangen aufzuhören. Sinkt der PH-Wert im Blut unter 6,5, nähert sich die Axt dem Baum.

So zufällig, wie seine Herzerkrankung im Alter von mindestens sieben (nicht drei!) Jahren entdeckt wurde, so plötzlich kam das Ende: bei einer vorgezogenen Kontrolluntersuchung gaben die Herztöne dem Tierarzt bereits beim Abhören Aufschluss über das Krankheitsstadium des Herzens – ein Ultraschall wurde nicht mehr angesetzt -, die Blutuntersuchung bestätigte den Rest. Panda war nicht nur im Alterungsprozess, sondern befand sich bereits im Sterben (Ersticken durch die zerstörte Lunge, Vergiften durch die veränderten Nierenwerte).

Durch spätestens jährliche Ultraschallkontrollen, mindestens jedoch sobald eine Veränderung im Verhalten auffiel, konnten dem kleinen Hundemann trotz der Herzerkrankung relativ unbeschwerte fünf Jahre gegeben werden. Medikamente wurden hinzugefügt, abgesetzt, ausgetauscht, erhöht, vermindert und aufgrund der wahren Kompetenz des vertrauten Tierarztes waren zu keiner Zeit schwere Herzmedikamente notwendig.

Bild rechts: das letzte Foto von Panda zu Lebzeiten. Der letzte Morgen im Kreis seiner Familie, Mittags flitzte er über die Regenbogenbrücke.

Es weht der Wind ein Blatt vom Baum, von vielen Blättern Eines.
Das eine Blatt, man merkt es kaum, denn Eines ist ja Keines.
Doch dieses eine Blatt allein, war Teil von unserem Leben;
nun wird dieses eine Blatt allein uns für immer fehlen.